Unser Wappen

Huglfing

 

 

Auszug aus der Huglfinger Chronik

Geographische Lage

Huglfing liegt an der Bahnlinie München-Garmisch, etwa 60 km südlich der Landeshauptstadt München, an der "alten Salzstraße", der B 474 von Bad Tölz nach Schongau/ Kempten, sowie etwa 2 km westlich der B 2, der berühmten "Olympiastraße", zwischen der Kreisstadt Weilheim und dem Luftkurort Murnau. Eingebettet in Moränenhügel liegt Huglfing auf einer Höhe von 625 m NN. Längs des Tales zieht sich der kalte und klare Hungerbach, ein gutes Forellengewässer, hin. Die Einwohnerzahl hat sich von 1.500 im Jahr 1971 auf 2.450 im Jahr 2000 erhöht. Obwohl Huglfing mitten im Pfaffenwinkel liegt, erreichte es in früheren Jahren nie die Bedeutung der umliegenden Klosterdörfer wie Polling, Wessobrunn, Rottenbuch oder Schlehdorf.

Name und Alter

Die älteste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1030. Dies sagt aber wenig aus über das Gründungsjahr der Siedlung. Ob Huglfing tatsächlich schon um 800 genannt wird, wie zum Beispiel EgIfing (807), Söchering (805), oder Uffing (739), muss noch überprüft werden. Diese Orte entstanden meist in jener Zeit, da Alemannen und Bayern als Siedler bei uns nachzuweisen sind, vermutlich im 5. und 6. Jahrhundert.
In einer Urkunde des ehemaligen Stifts Habach von 1083 wird unter den zahlreichen Ortsnamen aus der Umgebung auch Hugolvingen genannt. In einer Urkunde des Klosters Polling von 1160, werden ein Anshalmus sowie dessen Sohn Konrad von Hugolfingen als Zeugen genannt.
Die Grundform des Ortsnamens heißt Hugolfingen. Sie ist zusammengesetzt aus dem germanischen Namen Hugolf und der Endung "ingen. Wobei der germanische Name "Hugu" Sinn, Verstand, Geist und Gedächtnis bedeutet. Die Endung "ingen" verweist auf eine Sippenzugehörigkeit. Nach früherer Ansicht war es die Sippe, die Großfamilie die Verwandtschaft des Hugolf, die sich hier zusammen niederließen Kurz gesagt, es sind die Leute des Hugolf.
Ursprünglich sagte man in Bayern und Schwaben, diesseits und jenseits des Lechs "-ingen", Im 12, Jahrhundert wurde es in Bayern zu "-ing" abgeschliffen. Aus Hugolfingen, wurde des leichteren Sprechens wegen "Hugelfing". Noch 1825 findet sich auf einem Ortsplan des Bezirksgeometers aus Weil der Name "Hugelfing". Später entfällt dann das "e" und die heutige Form "Huglfing" steht vor uns.
 Huglfing lag nahe an einer seit  römischer Zeit bis ins hohe  Mittelalter hinein vielbenützten  Straße, die von Augsburg über Partenkirchen und den Brennerpass  nach Italien führte. Ein breiter Siedlungsstreifen zog sich hier durch ein  dünn besiedeltes Land, Zahlreiche Hügelgräber der Bronzezeit in der  Nähe des Ostermooses und des  Bahnhofes sowie Funde aus kelti scher und römischer Herkunft be weisen, dass Huglfing auf altbesie deltem Boden liegt. Ob sich im  Westen des Dorfes (beim sogenannten "Ochsenbuckel") auch noch eine fünfeckige jungsteinzeitliche Siedlung befand, muss ebenfalls noch erforscht werden.

Das Mittelalter

Aus dem Mittelalter ist über Leben und Treiben unserer Gemeinde bisher wenig bekannt. Huglfing befand sich früher im Besitz der Grafen von Eschenlohe, später wurde es dann an die Bischöfe von Augsburg verkauft, kam von dort 1332 als Schenkung an das junge, von Kaiser Ludwig dem Bayer, gegründete Kloster Ettal Aber auch das Kloster Polling hatte Besitzungen in Huglfing. Ebenfalls im 14. Jahrhundert bezogen die "Edlen von Ramung" ein Schloß ca. "1/4 Stunde nördlich von Hugol fing", dem heutigen Ortsteil Rameck.

Dann und wann kann man aus Niederschriften jener Grundherren, die in Huglfing Anwesen besaßen, interessante Einzelheiten erfahren. So tauchen im Bozener Urbar von St. Ulrich die uns sehr bekannten Namen Huqolfinqen,

Timenrieht (Deimenried) und Duttingen (Tauting) auf. In allen drei Orten besaß das Stift St. Ulrich und Afra auch noch Bauernanwesen mit der Verpflichtung, Wein vom Inn nach Augsburg zu fahren. Für eine Fuhre hin und zurück war ein Pferdekarren an die 14 Tage unterwegs.

Die Kirche St. Magnus

Huglfing ist ein Pfarrdorf mit einer uralten Kirche, St. Magnus, dem Apostel des Allgäus geweiht. Sie muss also somit bereits vor der Heiligensprechung von Bischof Ulrich errichtet worden sein, da man sie sonst nicht dem heiligen Magnus, sondern dem heiligen Ulrich geweiht hätte. Das Gotteshaus dürfte somit bald nach der Missionierung der alemannisch/ bajuwarischen Bevölkerungen entstanden sein; erst als schlichte Holzkirche und dann um ca. 1000 als wetterfeste romanische Steinkirche mit einem beachtenswerten 25 Meter hohen Sattelturm dessen einziger Schmuck die überaus formschönen Klangarkaden sind, die dem volltönenden Geläut den Weg freigeben.
Bei der Kirche handelt es sich um eine Mutterkirche, von der aus die Tochterkirche St. Margaret in Untersöchering errichtet wurde. Nach einem großen Brand wurde St. Magnus wieder erbaut und 1501 neu geweiht. Maßgebliche Restaurierungen waren im Laufe der Jahre notwendig das Bauwerk zu erhalten.

Wirtschaftliche Entwicklung

Huglfing war anscheinend von alters her ebenso Bauerndorf wie Handwerker- und Händlersiedlung. In der Zeit um 1780 drängte man die Bauern zur Einführung der Sommerstallfütterung. Vorher weidete das gesamte Vieh des Ortes zusammen auf der „Trat“ im Südosten des Dorfes. Das Wort „Trat“ kommt von Tritt, treten. Trat ist, was vom Vieh betreten werden durfte. Jeder Bauer durfte übrigens nur so viel Vieh auf die Weide bringen, wie er im Winter durchfüttern konnte. Mit der Sommerstallfütterung wurde die Trat überflüssig und diese in Parzellen von 3 bis 5 Tagwerk zerteilt und in den Jahren 1790 bis 1803 an die Bürger verlost.
Ebenfalls im Jahr 1803 endete die Herrschaft der Klöster über den Ort; durch die Säkularisation kam Huglfing in den Besitz des bayerischen Staates.
Waren es im 18.Jahrhundert noch 35.000 Fassreifen die für das fürstliche Brauhaus zu München angefertigt und geliefert werden mussten" so war lange vorher und aber auch noch nachher der HugIfinger Tuff sehr bekannt. Vermutlich wurden bereits die Römerbauten in Augsburg und die Bauten der Welfen in Peiting und Altenstadt aus Huglfinger Tuff hergestellt. Aber auch für den Bau von Schloss Linderhof, wurde als Baumaterial Tuff aus Huglfing verwendet. Mit der Einstellung des Tuffabbaus um 1960 brach das "Zeitalter des Kiesabbaus" an. Noch heute sind diese Kiesabbauwerke rund um Huglfing in Betrieb.
Seit 1978 ist Huglfing - laut Regionalplan ein "Kleinzentrum" - Sitz der Verwaltungsgemeinschaft (mit den Gemeinden Eberfing Egling, Oberhausen und Huglfing). Alle für die Bürger notwendigen Versorgungseinrichtungen (Teilhauptschule, Arzt, Zahnarzt, Apotheke, Bahnhof) aber auch Gewerbegebiete sind angesiedelt.

Nach der Vorlage von Dr. Leonhard Rückert
"Beiträge zur Heimatkunde von Huglfing" 1972
zusammengestellt von Ernst Kößler im Juni 2000